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Das Sonnensystem
Das Sonnensystem besteht aus der Sonne und allen Himmelskörpern, die sie mit ihrer Schwerkraft an sich bindet: acht Planeten, fünf anerkannte Zwergplaneten wie Pluto, Hunderte Monde sowie Milliarden Asteroiden, Kometen und Staubteilchen. Es entstand vor rund 4,6 Milliarden Jahren aus einer Wolke aus Gas und Staub und liegt in der Milchstraße, etwa 26.000 Lichtjahre von deren Zentrum entfernt.
Hier findest du den Aufbau des Sonnensystems von innen nach außen, die Planeten in der richtigen Reihenfolge mit Datenblatt, Größen und Abstände, die Entstehung und die Frage, wo das Sonnensystem eigentlich endet.
Aufbau des Sonnensystems
Von innen nach außen lässt sich das Sonnensystem in Zonen gliedern. Die Abstände sind in Astronomischen Einheiten (AE) angegeben; 1 AE ist der mittlere Abstand zwischen Erde und Sonne, rund 149,6 Millionen Kilometer.
- 1. Sonne. Die Sonne, der einzige Stern des Sonnensystems, enthält rund 99,86 Prozent seiner gesamten Masse und hält mit ihrer Schwerkraft alles andere auf Bahnen.
- 2. Innere Planeten (0,4 bis 1,5 AE). Merkur, Venus, Erde und Mars sind kleine Gesteinsplaneten mit fester Oberfläche aus Gestein und einem Kern aus Metall.
- 3. Asteroidengürtel (etwa 2,2 bis 3,2 AE). Zwischen Mars und Jupiter kreisen unzählige Gesteinsbrocken, dazu der Zwergplanet Ceres. Zusammen haben alle Asteroiden weniger Masse als der Erdmond.
- 4. Äußere Planeten (5,2 bis 30 AE). Die Gasriesen Jupiter und Saturn bestehen überwiegend aus Wasserstoff und Helium, die Eisriesen Uranus und Neptun enthalten zusätzlich viel Wasser, Ammoniak und Methan. Alle vier haben Ringe und zahlreiche Monde.
- 5. Kuipergürtel (etwa 30 bis 50 AE). Jenseits des Neptun liegt ein Ring aus eisigen Körpern, in dem auch die Zwergplaneten Pluto, Haumea und Makemake kreisen. Von hier stammen viele kurzperiodische Kometen.
- 6. Oortsche Wolke (ab etwa 2.000 bis 5.000 AE). Eine bisher nur indirekt nachgewiesene Kugelschale aus Eiskörpern, die bis 10.000 oder sogar 100.000 AE reichen könnte. Sie gilt als Quelle der langperiodischen Kometen.
Größenverhältnisse im Sonnensystem
Die Sonne ist mit 1.392.700 km Durchmesser rund 109-mal so breit wie die Erde; etwa 1,3 Millionen Erdkugeln fänden in ihr Platz. Jupiter, der größte Planet, hat etwa den elffachen Erddurchmesser und mehr als doppelt so viel Masse wie alle anderen Planeten zusammen. Merkur, der kleinste Planet, ist mit 4.879 km kleiner als die Monde Ganymed und Titan. Die Grafik zeigt alle acht Planeten maßstabsgetreu nach Durchmesser; die Sonne passt nicht ins Bild, ihr Durchmesser ist fast zehnmal so groß wie der des Jupiter.
Abstände zur Sonne
Auf einer linearen Skala wären die inneren Planeten kaum zu trennen, deshalb logarithmisch: Jeder Schritt nach rechts ist ein Vielfaches des vorigen. Neptun kreist rund 30-mal so weit von der Sonne wie die Erde.
So lange braucht das Licht der Sonne im Mittel bis zu den Planeten: Merkur 3 min, Venus 6 min, Erde 8 min, Mars 13 min, Jupiter 43 min, Saturn 1 h 19 min, Uranus 2 h 40 min und Neptun 4 h 10 min. Von der Erde aus gesehen ändern sich die Entfernungen ständig, weil Erde und Planeten unterschiedlich schnell umlaufen. Am nächsten kommt uns die Venus mit rund 38 Millionen Kilometern; im zeitlichen Mittel ist aber Merkur der Erde am nächsten, weil er sich nie weit von der Sonne entfernt.
Wie ist das Sonnensystem entstanden?
Das Sonnensystem entstand vor rund 4,6 Milliarden Jahren aus einer kalten Wolke aus Gas und Staub, dem Sonnennebel. Unter ihrer eigenen Schwerkraft zog sich die Wolke zusammen, begann sich schneller zu drehen und flachte zu einer Scheibe ab. In ihrem dichten, heißen Zentrum zündete die Kernfusion: Die Sonne war geboren. Wie das bei Sternen allgemein abläuft, beschreibt der Lexikonartikel zur Sternentstehung.
In der Scheibe um die junge Sonne verklumpten Staub und Gestein zu immer größeren Brocken, die durch Zusammenstöße zu Planeten heranwuchsen. Nahe der Sonne war es zu warm für Eis, deshalb entstanden dort kleine Gesteinsplaneten. Weiter draußen konnten auch Eis und große Mengen Gas eingefangen werden, so wuchsen die Riesenplaneten. Übrig gebliebenes Material kreist bis heute als Asteroiden, Kometen und Staub um die Sonne. Deshalb sind alle Planeten fast in derselben Ebene unterwegs und umlaufen die Sonne in derselben Richtung.
Die Sonne
Die Sonne ist ein durchschnittlicher Stern der Spektralklasse G2V und vereint rund 99,86 Prozent der gesamten Masse des Sonnensystems. Ihre Energie entsteht im Kern durch Kernfusion von Wasserstoff zu Helium. Das Licht, das uns erreicht, verlässt die Photosphäre mit etwa 5.500 °C und braucht rund 8 Minuten und 20 Sekunden bis zur Erde.
Darüber liegen Chromosphäre und Korona, die bei einer totalen Sonnenfinsternis sichtbar werden. Der Sonnenwind bläst eine Blase in das interstellare Medium, die Heliosphäre, und löst in der Erdatmosphäre Polarlichter aus. Wo und wann man sie am besten sieht, steht im Ratgeber Polarlichter-Reise.
- Durchmesser
- 1.392.700 km
- Masse
- 333.000 Erdmassen
- Oberfläche
- ≈ 5.500 °C
- Kern
- ≈ 15 Mio. °C
- Spektraltyp
- G2V
- Alter
- ≈ 4,6 Mrd. Jahre
- Licht bis Erde
- 8 min 20 s
Die acht Planeten in der richtigen Reihenfolge
Von der Sonne aus gezählt: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Die Anfangsbuchstaben merkt man sich mit dem Satz „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel“. Bis 2006 endete der Satz mit „… unsere neun Planeten“, weil Pluto noch mitgezählt wurde.
Vier Gesteinsplaneten innen, vier Riesenplaneten außen, dazwischen der Asteroidengürtel. Die Bahnen folgen den Kepler-Gesetzen; Abstände werden in Astronomischen Einheiten (AE) angegeben.
| Planet | Typ | Mittl. Durchmesser | Mittl. Abstand | Umlaufzeit | Rotation | Monde |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Merkur | Gesteinsplanet | 4.879 km | 57,9 Mio. km (0,39 AE) | 88 Tage | 58,6 Tage | 0 |
| Venus | Gesteinsplanet | 12.104 km | 108,2 Mio. km (0,72 AE) | 224,7 Tage | 243 Tage (rückläufig) | 0 |
| Erde | Gesteinsplanet | 12.742 km | 149,6 Mio. km (1 AE) | 365,25 Tage | 23 h 56 min | 1 |
| Mars | Gesteinsplanet | 6.779 km | 227,9 Mio. km (1,52 AE) | 687 Tage | 24 h 37 min | 2 |
| Jupiter | Gasriese | 139.820 km | 778,5 Mio. km (5,20 AE) | 11,9 Jahre | 9 h 56 min | 115 |
| Saturn | Gasriese | 116.460 km | 1.432 Mio. km (9,54 AE) | 29,5 Jahre | 10 h 33 min | 293 |
| Uranus | Eisriese | 50.724 km | 2.867 Mio. km (19,2 AE) | 84,0 Jahre | 17 h 14 min (rückläufig) | über 25 |
| Neptun | Eisriese | 49.244 km | 4.515 Mio. km (30,1 AE) | 164,8 Jahre | 16 h 06 min | über 15 |
Zahlen: NASA Planetary Fact Sheet, gerundet; Durchmesser als mittlere Durchmesser (Gasriesen sind am Äquator deutlich breiter, Jupiter rund 143.000 km). Bestätigte Monde von Jupiter und Saturn nach NASA, Stand September bzw. August 2026; bei Uranus und Neptun Untergrenzen. Die Zahlen steigen, weil laufend neue kleine Monde entdeckt werden.
Innere Planeten
Merkur und Venus laufen innerhalb der Erdbahn: Sie entfernen sich am Himmel nie weit von der Sonne und zeigen Phasen wie der Mond. Die Venus ist mit rund 464 °C an der Oberfläche der heißeste Planet, weil ihre dichte Atmosphäre aus Kohlendioxid mit Wolken aus Schwefelsäure die Wärme festhält. Ihre beste Sichtbarkeit ist die größte Elongation; selten wandern sie als Transit vor der Sonnenscheibe vorbei. Mars läuft außerhalb und ist zur Opposition alle 26 Monate am hellsten.
Riesenplaneten
Jupiter und Saturn sind Gasriesen, Uranus und Neptun Eisriesen. Schon ein kleines Teleskop zeigt den Großen Roten Fleck, die vier großen Jupitermonde und Saturns Ringe mit der Cassini-Teilung. Uranus und Neptun bleiben auch im Fernrohr kleine, blaugrüne Scheibchen.
Der Mond
Der Erdmond ist der fünftgrößte Mond des Sonnensystems und der einzige Himmelskörper, den Menschen bisher betreten haben. Er zeigt uns wegen der gebundenen Rotation immer dieselbe Seite; durch die Libration sind von der Erde aus dennoch rund 59 Prozent der Oberfläche einsehbar. Die Mondphasen entstehen durch den wechselnden Blickwinkel auf die von der Sonne beleuchtete Hälfte.
Die dunklen Ebenen heißen Maria, die hellen Hochländer sind von Kratern übersät. Am Terminator, der Tag-Nacht-Grenze, werfen Krater und Berge lange Schatten und sind im Fernglas am eindrucksvollsten. Steht der Vollmond im Erdschatten, erleben wir eine Mondfinsternis.
- Durchmesser
- 3.474 km
- Mittl. Entfernung
- 384.400 km
- Sider. Umlauf
- 27,32 Tage
- Synod. Monat
- 29,53 Tage
- Licht bis Erde
- ≈ 1,3 s
Zwergplaneten und Kleinkörper
Zwergplaneten
Am 24. August 2006 legte die Internationale Astronomische Union (IAU) fest: Ein Planet umläuft die Sonne, ist durch seine eigene Schwerkraft annähernd rund und hat seine Bahn von anderen Körpern freigeräumt. Zwergplaneten erfüllen die ersten beiden Bedingungen, nicht aber die dritte. Seitdem ist Pluto (Durchmesser 2.377 km, mittlerer Abstand 39,5 AE, Umlauf 248 Jahre, fünf Monde) kein Planet mehr. Anerkannt sind außerdem Eris, Haumea und Makemake jenseits des Neptun sowie Ceres (rund 940 km) im Asteroidengürtel.
Asteroiden
Asteroiden (Planetoiden) sind die Bausteine, die nie zu einem Planeten wurden. Die meisten kreisen im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter; die Trojaner teilen sich die Bahn mit Jupiter an den Lagrange-Punkten. Trifft ein Bruchstück die Erdatmosphäre, leuchtet es als Meteor; was den Boden erreicht, ist ein Meteorit.
Kometen
Kometen sind Kerne aus Eis und Staub, die nahe der Sonne verdampfen und einen Schweif bilden. Kurzperiodische stammen aus dem Kuipergürtel jenseits des Neptun, langperiodische aus der Oortschen Wolke am Rand des Sonnensystems.
Staub und Licht
Interplanetarer Staub in der Ebene der Planetenbahnen streut Sonnenlicht: An dunklen Orten zeigt er sich als Zodiakallicht nach der Abend- oder vor der Morgendämmerung und als schwacher Gegenschein gegenüber der Sonne.
Wo endet das Sonnensystem?
Darauf gibt es zwei Antworten. Die erste ist die Heliopause: Dort endet die vom Sonnenwind aufgeblasene Heliosphäre und der interstellare Raum beginnt. Die Raumsonde Voyager 1 hat diese Grenze am 25. August 2012 in rund 122 AE Entfernung überquert, Voyager 2 am 5. November 2018 in rund 119 AE.
Die zweite Antwort richtet sich nach der Schwerkraft: Solange ein Körper die Sonne umkreist, gehört er zum Sonnensystem. Danach reicht es bis in die Oortsche Wolke, also viel weiter. Nach Angaben der NASA braucht Voyager 1 noch etwa 300 Jahre bis zum inneren Rand der Oortschen Wolke und vielleicht 30.000 Jahre, um sie zu durchqueren.
Das Sonnensystem selbst kreist in der Milchstraße, einer Galaxie mit Hunderten Milliarden Sternen, und braucht für einen Umlauf um ihr Zentrum rund 230 Millionen Jahre. Auch viele andere Sterne haben Planeten: Bis 2025 waren mehr als 6.000 Exoplaneten bestätigt. Das Wort Sonnensystem meint im engeren Sinn aber nur unser System um die Sonne.
Häufige Fragen zum Sonnensystem
Welche Planeten gehören zum Sonnensystem?
Acht Planeten, von innen nach außen: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Ein bekannter Merksatz für die Reihenfolge lautet: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“ Die ersten vier sind Gesteinsplaneten, Jupiter und Saturn Gasriesen, Uranus und Neptun Eisriesen.
Ist Pluto noch im Sonnensystem?
Ja. Pluto umkreist weiterhin die Sonne, gilt aber seit dem Beschluss der Internationalen Astronomischen Union (IAU) vom 24. August 2006 nicht mehr als Planet, sondern als Zwergplanet. Er hat seine Umlaufbahn im Kuipergürtel nicht von anderen Körpern freigeräumt.
Welcher Planet ist der kleinste im Sonnensystem?
Merkur ist mit einem mittleren Durchmesser von 4.879 km der kleinste Planet. Er ist sogar kleiner als die Monde Ganymed (Jupiter) und Titan (Saturn). Der größte Planet ist Jupiter mit rund 139.820 km mittlerem Durchmesser, etwa elfmal so groß wie die Erde.
Wie weit sind die Planeten von der Erde entfernt?
Der Abstand ändert sich ständig, weil alle Planeten auf eigenen Bahnen um die Sonne laufen. Am nächsten kommt der Erde die Venus mit rund 38 Millionen Kilometern, Mars bei günstigen Oppositionen mit gut 55 Millionen Kilometern. Neptun ist stets rund 4,3 bis 4,7 Milliarden Kilometer entfernt.
Welcher Planet hat die meisten Monde?
Saturn mit 293 bestätigten Monden (Stand August 2026), vor Jupiter mit 115 (Stand September 2026). Die Zahlen steigen, weil laufend weitere kleine Monde entdeckt werden.
Jetzt am Himmel