Kuipergürtel

Kuipergürtel bezeichnet eine ringförmige Region des äußeren Sonnensystems, die sich jenseits der Neptunbahn in einem Bereich von etwa 30 bis 50 Astronomischen Einheiten (AE) von der Sonne erstreckt. Sie enthält Milliarden von eisigen Kleinkörpern, die als Überreste aus der Entstehungszeit des Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren gelten.

Benannt ist die Region nach dem niederländisch-amerikanischen Astronomen Gerard Kuiper, der 1951 über eine solche Scheibe aus Kleinkörpern spekulierte, sie aber für längst zerstreut hielt. Der irische Astronom Kenneth Edgeworth hatte ähnliche Überlegungen bereits 1943 veröffentlicht, weshalb sie auch Edgeworth-Kuipergürtel heißt. Abgesehen von Pluto und Charon wurde das erste Objekt jenseits von Neptun 1992 entdeckt; heute sind Tausende sogenannter transneptunischer Objekte (TNOs) bekannt.

Das bekannteste Objekt des Kuipergürtels ist Pluto, der 2006 von der Internationalen Astronomischen Union als Zwergplanet neu klassifiziert wurde. Auch die Zwergplaneten Makemake und Haumea gehören zum Kuipergürtel, Eris dagegen zur weiter außen anschließenden Streuscheibe. Kuipergürtel und Streuscheibe gelten als Ursprungsreservoir kurzperiodischer Kometen der Jupiterfamilie. Im Gegensatz zur weiter entfernten Oortschen Wolke liegt der Kuipergürtel annähernd in der Ebene des Sonnensystems.