Aufsteigender Knoten

Der aufsteigende Knoten bezeichnet den Punkt einer Umlaufbahn, an dem der Himmelskörper die Referenzebene - meist die Ekliptikebene oder die Äquatorebene - von Süd nach Nord durchquert. Der entgegengesetzte Punkt, an dem der Körper von Nord nach Süd durch die Referenzebene tritt, heißt absteigender Knoten.

Beide Knotenpunkte zusammen bilden die Knotenlinie, und die Lage des aufsteigenden Knotens wird mit dem Symbol Ω (großes Omega) angegeben. Er ist eines der sechs klassischen Bahnelemente, die die Form und Orientierung einer Ellipsenbahn im Raum vollständig beschreiben. Der aufsteigende Knoten wird von einem Referenzpunkt aus - typischerweise dem Frühlingspunkt - in der Ekliptikebene gemessen.

Für die Berechnung von Sonnen- und Mondfinsternissen ist die Position des Knotens besonders wichtig: Eine Finsternis kann nur eintreten, wenn Neu- oder Vollmond in der Nähe eines Knotens der Mondbahn stattfindet. Die Mondbahnebene ist gegenüber der Ekliptik um rund 5,1° geneigt, weshalb nicht bei jeder Konjunktion eine Sonnenfinsternis und nicht bei jedem Vollmond eine Mondfinsternis stattfindet.

Die Knotenlinie der Mondbahn wandert durch Gravitationsstörungen der Sonne rückläufig und umrundet die Ekliptik in rund 18,6 Jahren einmal. Dadurch verschieben sich die Finsternisperioden jedes Jahr um knapp drei Wochen nach vorn. Dieser Knotenumlauf ist nicht mit dem Saros-Zyklus von rund 18,03 Jahren zu verwechseln.