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Sternbilder: Liste aller 88 Sternbilder

Es gibt 88 offizielle Sternbilder. Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat sie 1922 festgelegt und ihre Grenzen 1928 beschlossen, seitdem ist der ganze Himmel lückenlos in 88 Felder aufgeteilt. Von Mitteleuropa (50° N) aus sind 53 Sternbilder vollständig und 15 teilweise sichtbar, 20 gehen nie auf. Die Liste unten nennt für alle 88 Fläche, Größenrang, hellsten Stern, Sichtbarkeit und beste Jahreszeit.

Was ist ein Sternbild?

Ein Sternbild ist heute ein fest abgegrenzter Bereich des Sternenhimmels. Ursprünglich waren Sternbilder auffällige Sternmuster, in denen frühe Hochkulturen Figuren aus ihren Mythen sahen; die meisten Namen am Nordhimmel stammen aus der griechischen Mythologie. Die Sterne eines Sternbilds stehen meist nur scheinbar beieinander und sind unterschiedlich weit von der Erde entfernt. Die Grenzen verlaufen entlang von Linien gleicher Rektaszension und Deklination, bezogen auf das Jahr 1875. So liegt jeder Stern, jeder Nebel und jede Galaxie in genau einem Sternbild, und Astronomen können Himmelsobjekte eindeutig zuordnen.

Davon zu unterscheiden sind zwei Begriffe, die oft verwechselt werden:

  • Asterismus: ein auffälliges Sternmuster ohne offizielle Grenzen. Der Große Wagen ist zum Beispiel kein Sternbild, sondern ein Teil des Großen Bären; das Sommerdreieck aus Wega, Deneb und Atair verbindet Sterne aus drei Sternbildern.
  • Sternzeichen (Tierkreiszeichen): ein astrologischer Abschnitt der Ekliptik von genau 30 Grad. Sternbilder sind dagegen unterschiedlich groß, und durch die Präzession haben sich die Zeichen um rund 30 Grad gegenüber den Sternbildern verschoben.

Die fünf wichtigsten Sternbilder für Einsteiger

Wer sich am Nachthimmel orientieren will, lernt am besten zuerst einige markante Sternbilder. Von ihnen aus findest du die übrigen. Diese fünf sind von Mitteleuropa aus gut sichtbar und decken das ganze Jahr ab:

  1. Großer Bär (Ursa Major): Sieben seiner hellen Sterne bilden den Großen Wagen, der von Mitteleuropa aus nie untergeht. Verlängerst du die Verbindung der beiden hinteren Kastensterne etwa fünfmal, landest du beim Polarstern im Kleinen Bären und damit bei der Nordrichtung.
  2. Kassiopeia: Das „Himmels-W“ steht dem Großen Wagen gegenüber auf der anderen Seite des Polarsterns und ist zirkumpolar; an Herbstabenden steht es hoch am Himmel.
  3. Orion: Das auffälligste Wintersternbild mit den drei Gürtelsternen, dem rötlichen Beteigeuze und dem bläulichen Rigel. Unterhalb des Gürtels liegt der Orionnebel M42. Die Gürtelsterne zeigen nach links unten auf Sirius im Großen Hund, den hellsten Stern des Nachthimmels.
  4. Leier (Lyra): klein, aber mit Wega (0,03 mag) einem der hellsten Sterne. Wega bildet mit Deneb im Schwan und Atair im Adler das Sommerdreieck, den Wegweiser am Sommerhimmel.
  5. Löwe (Leo): das Leitsternbild des Frühlings. Sein hellster Stern Regulus (1,35 mag) liegt fast genau auf der Ekliptik; den Kopf des Löwen bildet ein Sternbogen in Form eines rückwärts gedrehten Fragezeichens.

Wie du von solchen Ankersternen zu schwächeren Objekten weitergehst, erklärt der Ratgeber Starhopping lernen. Wo ein Sternbild zu einem bestimmten Zeitpunkt steht, zeigt die Sternkarte.

Liste aller 88 Sternbilder

Alphabetisch nach deutschem Namen. Fläche in Quadratgrad mit Größenrang (1 = größtes), hellster Stern mit scheinbarer Helligkeit, Sichtbarkeit von 50° nördlicher Breite rein rechnerisch aus dem Deklinationsbereich, Jahreszeit = wann die Mitte des Sternbilds gegen 22 Uhr am höchsten steht.

Sternbild Kürzel Fläche (Rang) Hellster Stern Von 50° N Jahreszeit Objekte
Achterdeck des Schiffs Puppis Pup 673,4 deg² (20) Naos (ζ Puppis), 2,25 mag teilweise Winter 4
Adler Aquila Aql 652,5 deg² (22) Atair (α Aquilae), 0,76 mag ganz Sommer -
Altar Ara Ara 237,1 deg² (63) β Arae, 2,84 mag nie - 3
Andromeda Andromeda And 722,3 deg² (19) Alpheratz (α Andromedae), 2,06 mag ganz Herbst 6
Bärenhüter Boötes Boo 906,8 deg² (13) Arktur (α Bootis), −0,05 mag ganz Frühling 1
Becher Crater Crt 282,4 deg² (53) δ Crateris, 3,56 mag ganz Frühling -
Bildhauer Sculptor Scl 474,8 deg² (36) α Sculptoris, 4,30 mag ganz Herbst 3
Chamäleon Chamaeleon Cha 131,6 deg² (79) α Chamaeleontis, 4,06 mag nie - 1
Chemischer Ofen Fornax For 397,5 deg² (41) Dalim (α Fornacis), 3,92 mag ganz Winter 1
Delfin Delphinus Del 188,5 deg² (69) Rotanev (β Delphini), 3,62 mag ganz Sommer 2
Drache Draco Dra 1083,0 deg² (8) Eltanin (γ Draconis), 2,23 mag ganz, zirkumpolar Sommer 3
Dreieck Triangulum Tri 131,8 deg² (78) Alaybasan (β Trianguli), 3,00 mag ganz Herbst 1
Eidechse Lacerta Lac 200,7 deg² (68) Stellio (α Lacertae), 3,76 mag ganz Herbst 1
Einhorn Monoceros Mon 481,6 deg² (35) β Monocerotis, 3,74 mag ganz Winter 5
Eridanus Eridanus Eri 1137,9 deg² (6) Achernar (α Eridani), 0,43 mag teilweise Winter -
Fische Pisces Psc 889,4 deg² (14) Alpherg (η Piscium), 3,61 mag ganz Herbst 1
Fliege Musca Mus 138,4 deg² (77) α Muscae, 2,69 mag nie - 2
Fliegender Fisch Volans Vol 141,4 deg² (76) γ Volantis, 3,61 mag nie - -
Fuchs Vulpecula Vul 268,2 deg² (55) Anser (α Vulpeculae), 4,40 mag ganz Sommer 2
Fuhrmann Auriga Aur 657,4 deg² (21) Capella (α Aurigae), 0,08 mag ganz Winter 4
Füllen Equuleus Equ 71,6 deg² (87) Kitalpha (α Equulei), 3,92 mag ganz Herbst -
Giraffe Camelopardalis Cam 756,8 deg² (18) β Camelopardalis, 4,02 mag ganz, zirkumpolar Winter 2
Grabstichel Caelum Cae 124,9 deg² (81) α Caeli, 4,46 mag teilweise Winter -
Großer Bär Ursa Major UMa 1279,7 deg² (3) Alioth (ε Ursae Majoris), 1,77 mag ganz Frühling 7
Großer Hund Canis Major CMa 380,1 deg² (43) Sirius (α Canis Majoris), −1,46 mag ganz Winter 3
Haar der Berenike Coma Berenices Com 386,5 deg² (42) β Comae Berenices, 4,26 mag ganz Frühling 11
Hase Lepus Lep 290,3 deg² (51) Arneb (α Leporis), 2,59 mag ganz Winter 1
Herkules Hercules Her 1225,1 deg² (5) Kornephoros (β Herculis), 2,81 mag ganz Sommer 2
Indianer Indus Ind 294,0 deg² (49) α Indi, 3,11 mag nie - -
Jagdhunde Canes Venatici CVn 465,2 deg² (38) Cor Caroli (α Canum Venaticorum), 2,81 mag ganz Frühling 9
Jungfrau Virgo Vir 1294,4 deg² (2) Spica (α Virginis), 0,97 mag ganz Frühling 12
Kassiopeia Cassiopeia Cas 598,4 deg² (25) Schedar (α Cassiopeiae), 2,24 mag ganz, zirkumpolar Herbst 8
Kepheus Cepheus Cep 587,8 deg² (27) Alderamin (α Cephei), 2,46 mag ganz, zirkumpolar Herbst 4
Kleine Wasserschlange Hydrus Hyi 243,0 deg² (61) β Hydri, 2,80 mag nie - -
Kleiner Bär Ursa Minor UMi 255,9 deg² (56) Polarstern (α Ursae Minoris), 1,98 mag ganz, zirkumpolar Sommer -
Kleiner Hund Canis Minor CMi 183,4 deg² (71) Prokyon (α Canis Minoris), 0,34 mag ganz Winter -
Kleiner Löwe Leo Minor LMi 232,0 deg² (64) Praecipua (46 Leonis Minoris), 3,83 mag ganz Frühling -
Kranich Grus Gru 365,5 deg² (45) Alnair (α Gruis), 1,74 mag teilweise Herbst -
Krebs Cancer Cnc 505,9 deg² (31) Tarf (β Cancri), 3,52 mag ganz Frühling 3
Kreuz des Südens Crux Cru 68,4 deg² (88) Acrux (α Crucis), 0,76 mag nie - 3
Leier Lyra Lyr 286,5 deg² (52) Wega (α Lyrae), 0,03 mag ganz Sommer 2
Löwe Leo Leo 947,0 deg² (12) Regulus (α Leonis), 1,35 mag ganz Frühling 6
Luchs Lynx Lyn 545,4 deg² (28) α Lyncis, 3,14 mag ganz Winter 1
Luftpumpe Antlia Ant 238,9 deg² (62) α Antliae, 4,25 mag teilweise Frühling -
Maler Pictor Pic 246,7 deg² (59) α Pictoris, 3,27 mag nie - -
Mikroskop Microscopium Mic 209,5 deg² (66) γ Microscopii, 4,68 mag teilweise Herbst -
Netz Reticulum Ret 113,9 deg² (82) Rhombus (α Reticuli), 3,32 mag nie - -
Nördliche Krone Corona Borealis CrB 178,7 deg² (73) Alphecca (α Coronae Borealis), 2,24 mag ganz Sommer -
Oktant Octans Oct 291,0 deg² (50) ν Octantis, 3,73 mag nie - -
Orion Orion Ori 594,1 deg² (26) Rigel (β Orionis), 0,13 mag ganz Winter 3
Paradiesvogel Apus Aps 206,3 deg² (67) Paradys (α Apodis), 3,83 mag nie - 1
Pegasus Pegasus Peg 1120,8 deg² (7) Enif (ε Pegasi), 2,40 mag ganz Herbst 4
Pendeluhr Horologium Hor 248,9 deg² (58) α Horologii, 3,85 mag teilweise Winter 1
Perseus Perseus Per 615,0 deg² (24) Mirfak (α Persei), 1,82 mag ganz Winter 4
Pfau Pavo Pav 377,7 deg² (44) Peacock (α Pavonis), 1,94 mag nie - 2
Pfeil Sagitta Sge 79,9 deg² (86) Telum (γ Sagittae), 3,47 mag ganz Sommer 1
Phönix Phoenix Phe 469,3 deg² (37) Ankaa (α Phoenicis), 2,38 mag teilweise Herbst -
Rabe Corvus Crv 183,8 deg² (70) Gienah (γ Corvi), 2,59 mag ganz Frühling 2
Schiffskiel Carina Car 494,2 deg² (34) Canopus (α Carinae), −0,74 mag nie - 5
Schiffskompass Pyxis Pyx 220,8 deg² (65) α Pyxidis, 3,67 mag ganz Frühling -
Schild Scutum Sct 109,1 deg² (84) Tianbian (α Scuti), 3,83 mag ganz Sommer 2
Schlange Serpens Ser 636,9 deg² (23) Unukalhai (α Serpentis), 2,62 mag ganz Sommer 2
Schlangenträger Ophiuchus Oph 948,3 deg² (11) Rasalhague (α Ophiuchi), 2,07 mag ganz Sommer 7
Schütze Sagittarius Sgr 867,4 deg² (15) Kaus Australis (ε Sagittarii), 1,85 mag teilweise Sommer 16
Schwan Cygnus Cyg 804,0 deg² (16) Deneb (α Cygni), 1,25 mag ganz Sommer 9
Schwertfisch Dorado Dor 179,2 deg² (72) α Doradus, 3,26 mag nie - 1
Segel des Schiffs Vela Vel 499,6 deg² (32) γ Velorum, 1,83 mag teilweise Frühling 3
Sextant Sextans Sex 313,5 deg² (47) α Sextantis, 4,49 mag ganz Frühling 1
Skorpion Scorpius Sco 496,8 deg² (33) Antares (α Scorpii), 0,91 mag teilweise Sommer 7
Steinbock Capricornus Cap 413,9 deg² (40) Deneb Algedi (δ Capricorni), 2,81 mag ganz Herbst 1
Stier Taurus Tau 797,2 deg² (17) Aldebaran (α Tauri), 0,86 mag ganz Winter 3
Südliche Krone Corona Australis CrA 127,7 deg² (80) Meridiana (α Coronae Australis), 4,09 mag teilweise Sommer 2
Südlicher Fisch Piscis Austrinus PsA 245,4 deg² (60) Fomalhaut (α Piscis Austrini), 1,16 mag ganz Herbst -
Südliches Dreieck Triangulum Australe TrA 110,0 deg² (83) Atria (α Trianguli Australis), 1,91 mag nie - 1
Tafelberg Mensa Men 153,5 deg² (75) Hoerikwaggo (α Mensae), 5,09 mag nie - -
Taube Columba Col 270,2 deg² (54) Phact (α Columbae), 2,65 mag teilweise Winter 1
Teleskop Telescopium Tel 251,5 deg² (57) α Telescopii, 3,51 mag nie - -
Tukan Tucana Tuc 294,6 deg² (48) Lang-Exster (α Tucanae), 2,85 mag nie - 2
Waage Libra Lib 538,1 deg² (29) Zubeneschemali (β Librae), 2,61 mag ganz Sommer -
Walfisch Cetus Cet 1231,4 deg² (4) Diphda (β Ceti), 2,02 mag ganz Herbst 4
Wassermann Aquarius Aqr 979,9 deg² (10) Sadalsuud (β Aquarii), 2,87 mag ganz Herbst 5
Wasserschlange Hydra Hya 1302,8 deg² (1) Alphard (α Hydrae), 2,00 mag ganz Frühling 5
Widder Aries Ari 441,4 deg² (39) Hamal (α Arietis), 2,00 mag ganz Herbst -
Winkelmaß Norma Nor 165,3 deg² (74) γ² Normae, 4,02 mag nie - 1
Wolf Lupus Lup 333,7 deg² (46) Uridim (α Lupi), 2,30 mag teilweise Sommer -
Zentaur Centaurus Cen 1060,4 deg² (9) α Centauri (Rigil Kentaurus), −0,27 mag teilweise Frühling 6
Zirkel Circinus Cir 93,4 deg² (85) Xami (α Circini), 3,19 mag nie - 1
Zwillinge Gemini Gem 513,8 deg² (30) Pollux (β Geminorum), 1,14 mag ganz Winter 2

Quellen: IAU-Sternbildliste; Fläche, Rang und hellster Stern nach den Wikipedia-Tabellen der IAU-Daten; Deklinationsbereich aus den IAU-Grenzen berechnet (astronomy-engine); Objekte = Messier- und Caldwell-Objekte im Deep-Sky-Atlas.

Sternbilder nach Jahreszeit von Mitteleuropa aus

Weil die Erde die Sonne umläuft, blickst du nachts im Lauf des Jahres in verschiedene Richtungen des Sternenhimmels. Welche Sternbilder am Abend hoch im Süden stehen, hängt deshalb von der Jahreszeit ab. Die folgende Einteilung ergibt sich aus den Daten der Tabelle: maßgeblich ist der Monat, in dem die Mitte des Sternbilds gegen 22 Uhr mittlerer Ortszeit am höchsten steht.

Sternbilder im Frühling (16)

Bärenhüter, Becher, Großer Bär, Haar der Berenike, Jagdhunde, Jungfrau, Kleiner Löwe, Krebs, Löwe, Luftpumpe, Rabe, Schiffskompass, Segel des Schiffs, Sextant, Wasserschlange, Zentaur

Sternbilder im Sommer (18)

Adler, Delfin, Drache, Fuchs, Herkules, Kleiner Bär, Leier, Nördliche Krone, Pfeil, Schild, Schlange, Schlangenträger, Schütze, Schwan, Skorpion, Südliche Krone, Waage, Wolf

Sternbilder im Herbst (17)

Andromeda, Bildhauer, Dreieck, Eidechse, Fische, Füllen, Kassiopeia, Kepheus, Kranich, Mikroskop, Pegasus, Phönix, Steinbock, Südlicher Fisch, Walfisch, Wassermann, Widder

Sternbilder im Winter (17)

Achterdeck des Schiffs, Chemischer Ofen, Einhorn, Eridanus, Fuhrmann, Giraffe, Grabstichel, Großer Hund, Hase, Kleiner Hund, Luchs, Orion, Pendeluhr, Perseus, Stier, Taube, Zwillinge

Für den aktuellen Monat nennt die Monatsübersicht die günstig stehenden Sternbilder und Planeten.

Zirkumpolare Sternbilder

Ein Sternbild ist zirkumpolar, wenn es nie unter den Horizont sinkt. Von 50° nördlicher Breite gilt das für alle Sterne nördlich von +40° Deklination (siehe Zirkumpolarstern). Vollständig zirkumpolar sind damit 5 Sternbilder: Drache, Giraffe, Kassiopeia, Kepheus, Kleiner Bär. Vom Großen Bären ist nur der nördliche Teil zirkumpolar, zu dem aber der ganze Große Wagen gehört. Diese Sternbilder kannst du in jeder klaren Nacht sehen, sie wechseln nur ihre Lage um den Polarstern.

Umgekehrt gehen 20 Sternbilder des Südhimmels von Mitteleuropa aus nie auf, darunter Altar, Chamäleon, Fliege, Fliegender Fisch, Indianer, Kleine Wasserschlange und das Kreuz des Südens. Sie sind nur von weiter südlich oder von der Südhalbkugel aus zu sehen.

Tierkreis: 12 Sternzeichen, aber 13 Sternbilder

Die Ekliptik, die scheinbare Bahn der Sonne im Lauf eines Jahres, durchquert nach den IAU-Grenzen 13 Sternbilder: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schlangenträger, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische. Die zwölf Tierkreiszeichen gehen auf babylonische Sternbilder entlang der Ekliptik zurück. Der Schlangenträger ist zwar seit der Antike bekannt, zählt aber nicht zu den Tierkreiszeichen, obwohl die Sonne jedes Jahr durch ihn hindurchwandert. Weil die Sternbilder unterschiedlich groß sind, die Sternzeichen aber alle 30 Grad umfassen, und weil sich der Frühlingspunkt durch die Präzession verschoben hat, steht die Sonne an deinem Geburtstag meist nicht im gleichnamigen Sternbild.

Woher die 88 Sternbilder stammen

Der griechische Astronom Claudius Ptolemäus beschrieb im 2. Jahrhundert n. Chr. in seinem Almagest 48 Sternbilder. Sie bilden bis heute den Kern der Sternbilder am Nordhimmel. Den Südhimmel kannten die Griechen nicht. Petrus Plancius führte nach Beobachtungen der niederländischen Seefahrer Pieter Keyser und Frederick de Houtman neue südliche Sternbilder ein, die Johann Bayer 1603 in seinem Himmelsatlas Uranometria veröffentlichte. Um 1750 ergänzte der Franzose Nicolas Louis de Lacaille nach seiner Reise zum Kap der Guten Hoffnung weitere Sternbilder, etwa Chemischer Ofen, Luftpumpe, Mikroskop und Teleskop, und teilte das große Schiff Argo in Schiffskiel, Achterdeck und Segel.

Weil viele Atlanten eigene, teils widersprüchliche Sternbilder enthielten, legte die IAU auf ihrer ersten Generalversammlung 1922 die Zahl auf 88 fest; die dreibuchstabigen Kürzel wie Lyr für die Leier gehen auf Henry Norris Russell zurück. Die Grenzen zog Eugène Delporte, die IAU genehmigte sie 1928, veröffentlicht wurden sie 1930. Das größte Sternbild ist die Wasserschlange mit 1302,8 Quadratgrad, das kleinste das Kreuz des Südens mit 68,4 Quadratgrad. Zusammen bedecken alle 88 die rund 41.253 Quadratgrad der vollständigen Himmelskugel.

Viele Sternbilder enthalten lohnende Deep-Sky-Objekte wie Sternhaufen, Nebel und Galaxien. Die Tabelle nennt ihre Zahl je Sternbild; alle Objekte mit Daten findest du im Deep-Sky-Atlas.

Häufige Fragen zu Sternbildern

Wie viele Sternbilder gibt es?

Es gibt 88 offizielle Sternbilder. Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat diese Zahl 1922 festgelegt; die genauen Grenzen wurden 1928 beschlossen und 1930 von Eugène Delporte veröffentlicht. Damit gehört jeder Punkt des Himmels zu genau einem Sternbild.

Wie heißen die 12 Sternbilder des Tierkreises?

Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Nach den heutigen IAU-Grenzen läuft die Ekliptik zusätzlich durch den Schlangenträger, astronomisch sind es also 13 Tierkreis-Sternbilder.

Welche sind die 5 bekanntesten Sternbilder?

Für den Einstieg am Nordhimmel eignen sich vor allem der Große Bär mit dem Großen Wagen, die Kassiopeia mit ihrer W-Form, der Orion mit den drei Gürtelsternen, die Leier mit Wega im Sommerdreieck und der Löwe mit Regulus.

Welche Sternbilder sieht man in Deutschland?

Von 50° nördlicher Breite aus sind im Lauf des Jahres 53 Sternbilder vollständig und 15 teilweise zu sehen; 20 Sternbilder des tiefen Südhimmels gehen nie auf. 5 Sternbilder sind zirkumpolar und stehen in jeder klaren Nacht am Himmel.

Was ist der Unterschied zwischen Sternbild und Sternzeichen?

Ein Sternbild ist ein von der IAU abgegrenztes, unterschiedlich großes Himmelsfeld. Ein Sternzeichen ist ein astrologischer Abschnitt der Ekliptik von genau 30 Grad. Durch die Präzession der Erdachse haben sich die Sternzeichen gegenüber den gleichnamigen Sternbildern um rund 30 Grad verschoben.