Sternbild
Sternbild Leier
Lyra
- Lateinisch
- Lyra
- Genitiv
- Lyrae
- IAU-Kürzel
- Lyr
- Fläche
- 286,5 deg² (Rang 52 von 88)
- Hellster Stern
- Wega (α Lyrae), 0,03 mag
- Deklination
- +25,7° bis +47,7°
- Sichtbar von 50° N
- ganz
- Beste Abendsichtbarkeit
- Sommer
Leier (lateinisch Lyra, Genitiv Lyrae, Kürzel Lyr) ist eines der 88 Sternbilder der Internationalen Astronomischen Union. Mit 286,5 Quadratgrad liegt es auf Rang 52 der Flächengröße. Hellster Stern ist Wega (α Lyrae) mit 0,03 mag.
Das Sternbild reicht von +25,7° bis +47,7° Deklination. Von 50° nördlicher Breite (Mitteleuropa) aus ist es vollständig zu sehen, die nördlichen Teile oberhalb von +40° Deklination sind zirkumpolar. Die Mitte des Sternbilds steht gegen 22 Uhr mittlerer Ortszeit Anfang August am höchsten; günstigste Jahreszeit für die Abendbeobachtung ist damit der Sommer.
Aus dem Messier- und Caldwell-Katalog liegen 2 Objekte in diesem Sternbild: M56 und M57.
Sternbild Leier: klein, aber mit einem der hellsten Sterne
Die Leier ist eher klein, aber leicht zu finden: Ihr Hauptstern Wega (Alpha Lyrae) leuchtet mit 0,03 mag als fünfthellster Stern des Nachthimmels. Die Leier zählt zu den 48 antiken Sternbildern, die Ptolemäus beschrieb. Neben Wega bilden vier schwächere Sterne ein kleines Parallelogramm, das wie der Rahmen eines Saiteninstruments wirkt. Benachbarte Sternbilder sind Herkules, Schwan, Drache und Fuchs.
Wega: der hellste Stern im Sternbild Lyra
Wega ist rund 25 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet sinngemäß „der herabstoßende Adler“. In der Astronomie spielte Wega lange eine Sonderrolle: Sie diente als Referenzstern für den Nullpunkt der Helligkeitsskala. Als erster Stern überhaupt wurde bei ihr 1983 eine Staubscheibe entdeckt. Durch die Präzession der Erdachse war Wega vor etwa 14.000 Jahren Polarstern und wird es in rund 12.000 Jahren wieder, allerdings ohne dem Himmelspol so nahe zu kommen wie der heutige Polarstern.
Von 50° nördlicher Breite aus erreicht Wega im Süden fast 79° Höhe, steht also beinahe im Zenit. Bei ihrer tiefsten Stellung im Norden sinkt sie dagegen knapp unter den Horizont. Nördlich von etwa 51,2° Breite, also etwa ab der Höhe von Kassel, geht Wega rechnerisch gar nicht mehr unter.
So findest du die Leier über das Sommerdreieck
Das Sommerdreieck aus Wega, Deneb im Schwan und Atair im Adler ist der beste Wegweiser am Sommerhimmel. Wega ist der hellste und höchste Eckpunkt des Dreiecks. Hast du sie gefunden, liegt das kleine Parallelogramm der Leier direkt daneben. Seine beiden von Wega abgewandten Sterne sind Sheliak (Beta Lyrae) und Sulafat (Gamma Lyrae); zwischen ihnen liegt der Ringnebel. Knapp zwei Grad neben Wega steht Epsilon Lyrae. Wie du von solchen Ankersternen zu schwächeren Objekten weitergehst, zeigt der Ratgeber Starhopping lernen.
Sehenswürdigkeiten in der Leier
Epsilon Lyrae, der Doppel-Doppelstern: Schon mit bloßem Auge erkennen scharfsichtige Beobachter zwei Sterne, Epsilon 1 und Epsilon 2, die knapp 3,5 Bogenminuten auseinanderstehen. Ein Teleskop ab etwa 6 cm Öffnung zeigt, dass beide selbst wieder Doppelsterne sind: Die Partner stehen jeweils rund 2,3 Bogensekunden auseinander, insgesamt siehst du also vier Sterne. Das System ist etwa 160 Lichtjahre entfernt.
Sheliak (Beta Lyrae): Sheliak ist ein Bedeckungsveränderlicher: Zwei Sterne umkreisen sich in 12,91 Tagen und verdecken sich dabei gegenseitig. Die Helligkeit schwankt zwischen 3,3 mag und 4,4 mag im Hauptminimum. Der Vergleich mit dem nahen Sulafat macht den Lichtwechsel über mehrere Nächte sogar ohne Fernglas sichtbar. Beta Lyrae ist Namensgeber einer ganzen Klasse solcher Sterne.
M57, der Ringnebel: M57 (NGC 6720) ist ein planetarischer Nebel, die abgestoßene Gashülle eines sterbenden Sterns. Mit 8,8 mag braucht er ein Teleskop. Bei etwa 10 cm Öffnung erscheint er als kleiner, schwacher Rauchring; Vergrößerungen über 100-fach helfen, weil der Nebel sehr klein ist. Charles Messier beobachtete ihn im Januar 1779. Die Entfernung beträgt etwa 2.300 Lichtjahre.
M56, ein Kugelsternhaufen: M56 hat 8,3 mag und steht etwa auf halbem Weg zwischen Sulafat und Albireo im Schwan. Messier entdeckte ihn im Januar 1779. Der eher locker gebaute Haufen ist rund 33.000 Lichtjahre entfernt.
Lyriden: der Meteorstrom aus der Leier
Jedes Jahr im April scheinen die Lyriden aus der Leier zu kommen. Der Meteorstrom ist vom 14. bis 30. April aktiv, das Maximum liegt um den 22. April. Die Internationale Meteororganisation (IMO) gibt eine Rate von etwa 18 Meteoren pro Stunde unter idealen Bedingungen an, in der Praxis siehst du meist weniger. Ursprung ist der Komet C/1861 G1 (Thatcher). Die Lyriden gehören zu den am längsten beobachteten Meteorströmen: Eine chinesische Aufzeichnung reicht bis ins Jahr 687 v. Chr. zurück.
Mythologie: die Leier des Orpheus
In der griechischen Mythologie erfand Hermes die Leier, indem er eine Schildkröte als Klangkörper nutzte; er schenkte das Instrument Apollon, der es dem Sänger Orpheus gab. Mit seinem Spiel bewegte Orpheus den Gott der Unterwelt, ihm seine Frau Eurydike zurückzugeben, verlor sie aber wieder, weil er sich zu früh nach ihr umsah. Nach seinem Tod wurde die Leier an den Himmel versetzt. Die Namen der Sterne erinnern noch daran: Sheliak heißt auf Arabisch „Schildkröte“.
Die übrigen Sternbilder, darunter die zwölf Sternbilder des Tierkreises, findest du in der Liste aller 88 Sternbilder.
Deep-Sky-Objekte im Sternbild Leier
Häufige Fragen zum Sternbild Leier
Wie heißt der hellste Stern im Sternbild Leier?
Der hellste Stern der Leier ist Wega (Alpha Lyrae) mit 0,03 mag. Sie ist rund 25 Lichtjahre entfernt, der fünfthellste Stern am Nachthimmel und bildet mit Deneb im Schwan und Atair im Adler das Sommerdreieck.
Was bedeutet „Leier“?
Die Leier (lateinisch Lyra) ist ein antikes Saiteninstrument. In der griechischen Mythologie steht das Sternbild für die Leier des Sängers Orpheus.
Wie finde ich Wega am Himmel?
An Sommerabenden ist Wega der hellste Stern hoch im Süden, fast im Zenit. Sie ist die hellste Ecke des großen Sommerdreiecks; Deneb steht links davon im Osten, Atair tiefer im Süden. Im Frühling taucht Wega abends im Nordosten auf, im Herbst steht sie im Westen.
Wann kann man das Sternbild Leier sehen?
Von Mitteleuropa aus ist die Leier vollständig sichtbar. Am besten steht sie an Sommerabenden: Anfang August erreicht die Mitte des Sternbilds gegen 22 Uhr mittlerer Ortszeit ihren höchsten Stand.
Was ist der Ringnebel M57?
M57 (NGC 6720) ist ein planetarischer Nebel, die abgestoßene Gashülle eines sterbenden Sterns. Er hat 8,8 mag, liegt zwischen den Sternen Beta und Gamma Lyrae und erscheint in einem Teleskop um 10 cm Öffnung als kleiner, rauchringförmiger Nebel.
Quellen für den redaktionellen Teil: Wikipedia: Leier (Sternbild), Wega, Ringnebel, Messier 56, Lyriden, Sternbild, Hermes · IMO-Meteorstromkalender (Lyriden: 14. bis 30. April, Maximum 22. April, ZHR etwa 18) · Helligkeiten von M56/M57 und Sichtbarkeit: Daten des Deep-Sky-Atlas (OpenNGC, IAU-Grenzen)
Wann steht Leier am Abendhimmel? Die Monatsübersicht nennt die jeweils günstig stehenden Sternbilder, die Sternkarte zeigt den Himmel live.