Bedeckungsveränderlicher

Ein Bedeckungsveränderlicher bezeichnet einen Doppelsternsystem-Typ, bei dem zwei Sterne so ausgerichtet sind, dass sie sich aus Sicht der Erde regelmäßig gegenseitig bedecken und dabei ihre gemeinsame Helligkeit periodisch verringern. Die Helligkeitsschwankungen sind also geometrischer Natur und kein Ausdruck innerer Veränderungen der beteiligten Sterne.

Typisch ist ein Lichtkurvenverlauf mit zwei Minima pro Umlaufperiode: Das tiefere Hauptminimum entsteht, wenn der hellere (heißere) Stern vom lichtschwächeren Begleiter bedeckt wird; das flachere Nebenminimum tritt auf, wenn der lichtschwächere Stern hinter dem helleren steht. Bekanntes Beispiel ist Algol (Beta Persei), dessen Helligkeit alle rund 2,87 Tage von etwa 2,1 auf 3,4 mag sinkt.

Bedeckungsveränderliche sind wissenschaftlich wertvoll, weil aus der Analyse der Lichtkurve - kombiniert mit Radialgeschwindigkeitsmessungen - Massen, Radien und Temperaturen beider Sterne sehr genau bestimmt werden können. Sie liefern damit direkte Maßstäbe für Sternparameter, die auf andere Weise kaum zugänglich sind. Allein der Gaia-Katalog DR3 enthält rund 2,2 Millionen Kandidaten für solche Systeme.