Lichtkurve
Lichtkurve bezeichnet die grafische Darstellung der Helligkeitsveränderung eines Himmelskörpers über die Zeit, wobei auf der horizontalen Achse die Zeit und auf der vertikalen Achse die gemessene Helligkeit aufgetragen wird.
Lichtkurven sind ein zentrales Werkzeug der Astrophysik, weil sich aus ihrer Form auf physikalische Eigenschaften und Vorgänge schließen lässt. Bei veränderlichen Sternen zeigt die Lichtkurve, ob die Helligkeitsschwankung regelmäßig oder unregelmäßig ist und wie lange eine Periode dauert. Bei klassischen Cepheiden - regelmäßig pulsierenden Riesen - sind Lichtkurven charakteristisch: rascher Anstieg auf das Helligkeitsmaximum, dann langsamer Abfall.
Besondere Bedeutung haben Lichtkurven bei der Exoplanetensuche: Die Transitmethode nutzt das winzige regelmäßige Absinken der Sternhelligkeit, wenn ein Planet vor seinem Stern vorüberzieht. Aus der Tiefe des Einbruchs ergibt sich der Planetenradius im Verhältnis zum Sternradius, aus dem zeitlichen Abstand aufeinanderfolgender Transits die Umlaufzeit.
Auch bei Supernovae, Gammastrahlenausbrüchen und Asteroiden werden Lichtkurven analysiert. Bei einem Asteroiden verrät die periodische Helligkeitsschwankung die Rotationsdauer und grob die Form des Körpers. Bei Bedeckungsveränderlichen - also Doppelsternsystemen, bei denen ein Stern den anderen periodisch bedeckt - lässt sich aus der Lichtkurve die Inklination der Bahn und das Größenverhältnis der Sterne bestimmen.