Äquinoktium

Äquinoktium bezeichnet denjenigen Zeitpunkt im Jahr, an dem die Sonne beim scheinbaren Lauf entlang der Ekliptik den Himmelsäquator überquert und Tag und Nacht annähernd gleich lang sind. Das Wort stammt vom lateinischen aequinoctium, zusammengesetzt aus aequus (gleich) und nox (Nacht).

Im Laufe eines Jahres gibt es zwei Äquinoktien: Das Frühlingsäquinoktium fällt auf etwa den 20. März, das Herbstäquinoktium auf etwa den 22. oder 23. September. Am Frühlingsäquinoktium überschreitet die Sonne den Himmelsäquator von Süd nach Nord, am Herbstäquinoktium umgekehrt von Nord nach Süd. Den Ort am Himmel, an dem die Sonne zum Frühlingsäquinoktium steht, nennt man Frühlingspunkt.

Der Frühlingspunkt hat besondere Bedeutung als Referenzpunkt im äquatorialen Koordinatensystem: Von ihm aus wird die Rektaszension gemessen. Durch die Präzession der Erdachse verschiebt sich dieser Punkt im Tierkreis langsam - er vollzieht in rund 25.800 Jahren eine vollständige Umrundung. Aktuell liegt er im Sternbild Fische, obwohl er traditionell als Widder-Punkt bezeichnet wird.

Die genaue Zeit des Äquinoktiums ist nicht jedes Jahr gleich, sondern verschiebt sich von Jahr zu Jahr um rund sechs Stunden und springt durch den Schalttag wieder zurück. Für Kalenderberechnungen, Saat- und Erntezeiten sowie religiöse Feste war das Äquinoktium über Jahrtausende ein zentraler Orientierungspunkt.