Doppelstern

Doppelstern bezeichnet ein System aus zwei Sternen, die durch ihre gegenseitige Gravitation aneinander gebunden sind und gemeinsam um ihren gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Bei sonnenähnlichen Sternen ist knapp die Hälfte (rund 44 Prozent) Teil eines Doppel- oder Mehrfachsystems; da die häufigen Roten Zwerge seltener Begleiter haben, ist insgesamt jedoch die Mehrheit der Sterne in der Milchstraße einzeln, wie unsere Sonne.

Man unterscheidet verschiedene Typen. Visuelle Doppelsterne lassen sich im Teleskop direkt als zwei getrennte Punkte erkennen. Spektroskopische Doppelsterne stehen zu eng beieinander, um optisch aufgelöst zu werden; ihre Natur verrät sich durch periodische Dopplerverschiebungen in ihrem Spektrum. Bedeckungsveränderliche Doppelsterne, auch photometrische Doppelsterne genannt, zeigen Helligkeitsschwankungen, wenn ein Stern den anderen aus unserer Blickrichtung verdeckt.

Ein bekanntes Beispiel ist Algol im Sternbild Perseus, ein Bedeckungsveränderlicher, dessen Helligkeitsschwankungen Geminiano Montanari 1667 belegte; John Goodricke bestimmte 1782 die Periode. Das nächste Sternsystem zur Erde, Alpha Centauri, ist ebenfalls ein Doppelsystem; zusammen mit dem schwachen Roten Zwerg Proxima Centauri bildet es sogar ein Dreifachsystem.

Doppelsterne spielen eine wichtige Rolle in der Astrophysik: Aus den Umlaufbahnen lassen sich Sternmassen direkt berechnen, was bei Einzelsternen nicht möglich ist. Zudem entstehen in engen Doppelsternsystemen interessante Phänomene wie Massenübertragung, Novae und möglicherweise Supernovae vom Typ Ia.