Kometenschweif
Kometenschweif bezeichnet die leuchtende Gas- und Staubfahne, die sich bildet, wenn ein Komet der Sonne nahe genug kommt, sodass verdampfendes Material aus dem Kometenkern von Sonnenstrahlung und Sonnenwind ins All getrieben wird. Ein Kometenschweif weist grob von der Sonne weg - unabhängig davon, in welche Richtung sich der Komet gerade bewegt.
Tatsächlich besitzt ein aktiver Komet meist zwei verschiedene Schweife. Der Gasschweif (auch Ionenschweif oder Plasmaschweif) besteht aus ionisierten Molekülen, die direkt vom Sonnenwind erfasst und nahezu geradlinig fortgetrieben werden. Er leuchtet blau-weiß durch Fluoreszenz und kann Millionen bis Hunderte Millionen Kilometer lang werden. Der Staubschweif enthält feine Staubteilchen, die durch den Strahlungsdruck der Sonne schwächer beschleunigt werden, hinter der Bahnbewegung zurückbleiben und daher gekrümmt erscheinen; er leuchtet gelblich durch reflektiertes Sonnenlicht und ist breiter sowie weniger scharf begrenzt.
Die Intensität des Kometenschweifs hängt von der Zusammensetzung des Kerns, der Menge flüchtiger Substanzen und dem Abstand zur Sonne ab. Viele Kometen entwickeln erst innerhalb von etwa drei Astronomischen Einheiten deutliche Schweife. Steht die Erde nahe der Bahnebene, kann Staub sogar scheinbar zur Sonne hin zeigen (Gegenschweif). Der Schweif des Kometen C/1995 O1 (Hale-Bopp) war 1997 auch mit bloßem Auge monatelang sichtbar.