Telemetrie
Telemetrie bezeichnet in der Raumfahrt die automatische Übertragung von Mess- und Zustandsdaten eines Raumfahrzeugs zur Bodenstation. Den umgekehrten Weg, die Übertragung von Steuerbefehlen zum Fahrzeug, bezeichnet man als Telekommando. Der Begriff leitet sich vom griechischen “tele” (fern) und “metron” (Maß) ab.
Telemetriesysteme erfassen kontinuierlich Hunderte bis Tausende von Parametern an Bord: Temperaturen, Drücke, Spannungen, Ströme, Treibstoffmengen, Ausrichtung und Drehrate, Status aller Subsysteme sowie wissenschaftliche Messwerte der Nutzlast. Diese Daten werden codiert, komprimiert und über Funksignale zur Erde gesendet. Dort werten Ingenieure sie in Echtzeit aus, um den Gesundheitszustand der Sonde zu überwachen und bei Anomalien einzugreifen.
Die Herausforderungen der Raumfahrttelemetrie wachsen mit der Entfernung: Signale der Voyager-1-Sonde, die inzwischen rund 25,7 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt ist, brauchen knapp 24 Stunden bis zur Erde (Stand Oktober 2026). Abgestrahlt werden sie mit nur rund 20 Watt, am Boden kommt davon lediglich eine Leistung in der Größenordnung von 10^-16 Watt an. Das Deep Space Network der NASA betreibt dafür riesige Parabolantennen mit bis zu 70 Meter Durchmesser. Telemetrie ist essenziell nicht nur für bemannte Missionen, sondern auch für die gesamte Funktionsfähigkeit wissenschaftlicher Raumsonden.