Missionskontrolle

Missionskontrolle bezeichnet das bodenseitige Kontrollzentrum einer Raumfahrtmission, von dem aus Ingenieure und Wissenschaftler den Betrieb von Raumfahrzeugen überwachen, steuern und bei Problemen eingreifen. Sie ist das Nervenzentrum jeder bemannten und unbemannten Raumfahrtmission.

Die bekannteste Einrichtung dieser Art ist das Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas, dessen Missionskontrollzentrum (Mission Control Center) legendären Ruhm erlangte. Von hier aus wurden alle bemannten Apollo-Mondmissionen gesteuert, und hier leitete Flugdirektor Gene Kranz 1970 die Rettung von Apollo 13. Der ihm oft zugeschriebene Satz “Failure is not an option” stammt allerdings aus dem Spielfilm “Apollo 13” von 1995. Auch die Raumstation ISS wird dauerhaft von dort aus überwacht, während Russland das russische Segment vom Flugkontrollzentrum ZUP in Koroljow bei Moskau aus steuert.

Die Aufgaben der Missionskontrolle umfassen Telemetrieauswertung (empfangene Mess- und Statusdaten des Raumfahrzeugs), Bahnplanung und Manöverberechnungen, Kommunikation mit der Besatzung sowie das Erarbeiten von Lösungen bei technischen Störungen. Große Missionen erfordern bis zu mehrere Hundert Spezialisten, die in Schichten den Betrieb rund um die Uhr aufrechterhalten. Mit wachsender Entfernung der Raumfahrzeuge steigt die Signallaufzeit und begrenzt die Möglichkeit zur Echtzeit-Steuerung: Zum Mars beträgt die einfache Laufzeit je nach Position 3 bis 22 Minuten.