Bremsrakete

Eine Bremsrakete bezeichnet ein Raketentriebwerk oder ein Triebwerksystem, das gezielt entgegen der Flugrichtung eines Raumfahrzeugs zündet, um dieses zu verlangsamen. Da im Weltraum kein Luftwiderstand für eine natürliche Abbremsung sorgt, sind solche Systeme unverzichtbar, um Geschwindigkeit zu reduzieren und etwa in eine Umlaufbahn einzuschwenken oder eine kontrollierte Landung durchzuführen.

Das Prinzip beruht auf dem dritten Newtonschen Gesetz: Der Schub des Triebwerks erzeugt eine Kraft entgegen der Bewegungsrichtung, die das Fahrzeug abbremst. Dabei muss ausreichend Treibstoff mitgeführt werden, was einen erheblichen Teil der Startmasse ausmacht - ein zentrales Problem bei Missionsplanungen.

Bremsraketen kommen in verschiedenen Phasen einer Mission zum Einsatz: Beim Einschuss in eine Marsumlaufbahn etwa muss ein Raumfahrzeug seine Geschwindigkeit typischerweise um rund 1 bis 1,2 Kilometer pro Sekunde verringern, sonst fliegt es am Planeten vorbei. Bei Mondlandemissionen wie Apollo diente das Abstiegstriebwerk als Bremsrakete, um die Landefähre kontrolliert auf dem Mond aufzusetzen. Bei der Rückkehr zur Erde leitet eine Bremszündung das Verlassen der Umlaufbahn ein, die eigentliche Abbremsung übernimmt dann der atmosphärische Wiedereintritt.