Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen, die die Beobachtungsbedingungen für Astronomen und Hobbyastronomen erheblich verschlechtern.

Straßenbeleuchtung, Werbetafeln, Industrieanlagen und Wohngebäude strahlen Licht unkontrolliert in alle Richtungen ab. Ein Teil dieses Lichts wird von Staub und Wassertröpfchen in der Atmosphäre gestreut und erhellt den gesamten Nachthimmel. In stark beleuchteten Städten ist die Milchstraße mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar; die Grenzgröße - also die Helligkeit der schwächsten noch erkennbaren Objekte - verschlechtert sich erheblich.

Auf der Bortle-Skala von 1 (völlig dunkler Himmel, nur in sehr abgelegenen Gebieten) bis 9 (Innenstadthimmel) wird die Qualität des Nachthimmels bewertet. Laut einer Studie von 2016 können rund 60 Prozent der Europäer die Milchstraße von ihrem Wohnort aus nicht mehr sehen.

Lichtverschmutzung schadet nicht nur der Astronomie, sondern stört auch nachtaktive Tiere, Insekten und Zugvögel. Technische Gegenmaßnahmen umfassen nach unten gerichtete, abgeschirmte Leuchten, LED-Systeme mit warmem Lichtspektrum und Bewegungssensoren. Lichtschutzgebiete wie der Sternenpark Westhavelland in Brandenburg schützen große Gebiete vor Aufhellung. Für Amateurastronomen bleibt die Fahrt aus der Stadt heraus oft die einfachste Lösung.