Weltzeit

Weltzeit bezeichnet eine einheitliche, global gültige Zeitskala, die ursprünglich auf der mittleren Sonnenzeit am Nullmeridian durch Greenwich (London) basiert und heute als koordinierte Weltzeit (UTC, Coordinated Universal Time) definiert ist. Sie dient in Wissenschaft, Technik und internationalem Verkehr als gemeinsame Zeitreferenz, unabhängig von lokalen Zeitzonen.

Grundlage war die Internationale Meridiankonferenz 1884 in Washington, auf der der Meridian durch das Königliche Observatorium in Greenwich als Nullmeridian festgelegt wurde. Die auf ihm basierende Greenwich Mean Time (GMT) wurde 1928 von der IAU als Weltzeit (Universal Time, UT) bezeichnet. Heute wird UTC durch ein Ensemble von Atomuhren weltweit definiert und weicht maximal 0,9 Sekunden von der astronomischen UT1 ab; bei Bedarf werden Schaltsekunden eingefügt, die jedoch bis 2035 abgeschafft werden sollen.

Für die Astronomie ist die Weltzeit unverzichtbar, weil alle Himmelsbeobachtungen, Ephemeriden und Koordinaten auf eine einheitliche Zeitskala bezogen sein müssen. Beobachtungszeiten werden stets in UTC angegeben, um Ergebnisse verschiedener Observatorien rund um den Globus vergleichbar zu machen. Präzisionsanwendungen wie Pulsar-Timing, GPS-Satellitenmessung oder Radiointerferometrie erfordern darüber hinaus noch feinere Zeitstandards wie die Terrestrische Zeit (TT) oder die Baryzentrische Dynamische Zeit (TDB), die relativistische Effekte berücksichtigen.