Quasar
Quasar bezeichnet einen extrem leuchtkräftigen, aktiven Galaxienkern, der durch ein supermassereiches Schwarzes Loch angetrieben wird und zu den hellsten dauerhaft strahlenden Objekten im Universum gehört.
Der Begriff leitet sich vom englischen “quasi-stellar radio source” ab, weil Quasare auf fotografischen Aufnahmen punktförmig wie Sterne wirken, obwohl sie tatsächlich weit entfernte Galaxienzentren sind. Ihre Energie entsteht, wenn Gas und Staub in einer Akkretionsscheibe auf ein Schwarzes Loch mit Massen von Millionen bis Milliarden Sonnenmassen fallen. Dabei werden typischerweise rund zehn Prozent, bei schnell rotierenden Schwarzen Löchern sogar mehr, der Ruhemasse des einfallenden Materials in Strahlung umgewandelt - ein deutlich effizienterer Prozess als die Kernfusion in normalen Sternen.
Die beobachteten Rotverschiebungen zeigen, dass Quasare bevorzugt in sehr großen kosmologischen Entfernungen auftreten. Das bedeutet, wir sehen sie so, wie das Universum vor Milliarden Jahren aussah - Quasare waren in der Frühzeit häufiger. Einige der hellsten strahlen mit einer Leuchtkraft, die mehrere Billionen Sonnenleuchtkräfte übersteigt. Der Rekordhalter unter den leuchtkräftigen Quasaren, J0313-1806, hat eine Rotverschiebung von z = 7,64; sein Licht war über 13 Milliarden Jahre unterwegs. Mit dem James-Webb-Teleskop wurden aktive Galaxienkerne sogar bis etwa z = 10 nachgewiesen. Quasare sind damit wichtige Sonden für die Entwicklung des frühen Universums.