Ozean der Stürme
Der Ozean der Stürme bezeichnet das größte der lunaren Maria, die ausgedehnten dunklen Tiefebenen auf der Mondoberfläche, die durch erstarrte Basaltlava gebildet wurden. Der lateinische Name lautet Oceanus Procellarum und er ist das einzige Mondmeer, das offiziell die Bezeichnung “Ozean” statt “Mare” trägt, was seine besondere Ausdehnung unterstreicht.
Mit einer Ausdehnung von über 2.500 Kilometern und einer Fläche von rund 4 Millionen Quadratkilometern überragt der Ozean der Stürme alle anderen Mondmeere und erstreckt sich über weite Teile des westlichen Sichtbereichs der erdzugewandten Mondseite. Entstanden ist seine dunkle Oberfläche wie bei den anderen Maria durch Ausbrüche dünnflüssiger Basaltlava, die überwiegend vor etwa 3 bis 3,5 Milliarden Jahren erstarrte; die 2020 von Chang’e 5 geholten Proben sind sogar nur rund 2 Milliarden Jahre alt.
In der Region um den Ozean der Stürme landeten mehrere historische Raumfahrtmissionen: Apollo 12 setzte 1969 in der östlichen Randzone auf und die Lander Surveyor 1 sowie Surveyor 3 erprobten in den 1960er Jahren die Bodenbeschaffenheit. Zahlreiche markante Krater liegen an seinen Rändern, darunter Kepler und Aristarchus, letzterer einer der hellsten Punkte der gesamten Mondoberfläche. Schweremessungen der GRAIL-Mission zeigten 2014 ein rechteckiges Muster aus verschütteten Grabenbrüchen am Rand der Region, die vermutlich als Förderwege für Magma dienten; das spricht gegen ein einzelnes riesiges Einschlagbecken als Ursprung.