Orionnebel

Der Orionnebel bezeichnet einen ausgedehnten Emissionsnebel im Sternbild Orion, der als eine der bekanntesten und am besten erforschten Sternentstehungsregionen der Milchstraße gilt. Er trägt die Katalognummer M 42 im Messier-Katalog sowie NGC 1976 und liegt in einer Entfernung von rund 1.350 Lichtjahren von der Erde.

Mit einem scheinbaren Durchmesser von etwa 65 Bogenminuten am Himmel, also mehr als dem doppelten Durchmesser des Vollmonds, ist der Orionnebel unter dunklem Himmel mit bloßem Auge als verschwommenes Fleckchen sichtbar; als Nebel beschrieben wurde er jedoch erst 1610 von Nicolas-Claude Fabri de Peiresc. Im Fernglas oder kleinen Teleskop zeigt er seine wolkige Ausdehnung, im Teleskop ist die helle Kernregion mit dem Trapez, einer Gruppe junger heißer Sterne, gut erkennbar.

Das Trapez besteht aus vier hellen, sehr jungen und massereichen Sternen, deren ultraviolette Strahlung das umgebende Gas zum Leuchten anregt und damit den Nebel sichtbar macht. Die Masse des Orionnebels wird auf rund 2.000 Sonnenmassen geschätzt, wobei sich in ihm aktiv neue Sterne und Planetensysteme bilden. Infrarotbeobachtungen haben über tausend sehr junge Sterne, darunter viele T-Tauri-Sterne, nachgewiesen; das Hubble-Weltraumteleskop zeigte dort zudem zahlreiche protoplanetare Scheiben, die sogenannten Proplyds.