Nova
Nova bezeichnet einen plötzlichen, extremen Helligkeitsanstieg eines Sterns, bei dem die Helligkeit innerhalb von Tagen um 8 bis 15 Magnituden zunimmt und danach über Wochen oder Monate wieder abklingt. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort für “neu”, da ein solcher Ausbruch historisch wie ein neuer Stern am Himmel wirkte.
Ursache einer Nova ist ein enges Doppelsternsystem, in dem ein Weißer Zwerg von einem normalen Begleitstern Materie akkretiert. Das Wasserstoffgas sammelt sich auf der Oberfläche des Weißen Zwergs und verdichtet sich, bis es bei Temperaturen von etwa 10 bis 20 Millionen Kelvin zündet und in einer unkontrollierten thermonuklearen Reaktion verbrannt wird. Die dabei freigesetzte Energie schleudert die akkretierte Schicht mit Hunderten Kilometern pro Sekunde ins All und lässt das System schlagartig aufleuchten.
Da der Weiße Zwerg selbst nicht zerstört wird, kann sich der Prozess wiederholen; wird dies in historischer Zeit mehrfach beobachtet, spricht man von einer rekurrenten Nova. Bekannte Beispiele sind T Coronae Borealis, dessen Ausbrüche 1866 und 1946 beobachtet wurden, sowie RS Ophiuchi. Novae sind nicht zu verwechseln mit Supernovae, bei denen ein Stern in der Explosion vollständig zerstört wird oder zu einem Neutronenstern oder Schwarzen Loch kollabiert. Novae tragen durch ihren Auswurf ebenfalls zur chemischen Anreicherung des interstellaren Mediums bei.