Neumond
Neumond bezeichnet die Mondphase, in der Mond und Sonne aus irdischer Sicht in derselben Richtung stehen, sodass die dem Beobachter zugewandte Mondseite unbeleuchtet und damit praktisch unsichtbar ist. In dieser Konjunktion befindet sich der Mond zwischen Erde und Sonne, und seine Nachtseite zeigt zur Erde.
Der synodische Monat, also der Zeitraum von einem Neumond zum nächsten, beträgt im Mittel etwa 29,53 Tage. Dieser Wert weicht vom siderischen Monat von rund 27,32 Tagen ab, weil die Erde während eines Mondumlaufs selbst um die Sonne weiterwandert und der Mond eine zusätzliche Strecke zurücklegen muss, um erneut in Konjunktion zu stehen. Neumond ist die Grundlage vieler historischer und religiöser Kalender; der islamische Kalender etwa richtet seine Monate nach dem ersten sichtbaren Sichelmond kurz nach dem astronomischen Neumond.
Steht der Mond beim Neumond nahe einem Knoten seiner Bahn, kommt es zu einer Sonnenfinsternis: Bei vollständiger Bedeckung entsteht eine totale, bei zu kleiner scheinbarer Mondscheibe eine ringförmige und bei teilweiser eine partielle Sonnenfinsternis. Da die Mondbahn um rund 5 Grad gegen die Ekliptik geneigt ist, tritt nicht bei jedem Neumond eine Finsternis ein, sondern nur in den Finsternisperioden rund alle sechs Monate. Neumond gilt in der Amateurastronomie als ideale Beobachtungszeit für lichtschwache Objekte.