Zwergstern
Zwergstern bezeichnet einen Stern der Hauptreihe (Leuchtkraftklasse V), der sich im Vergleich zu Riesen und Überriesen durch geringere Leuchtkraft und kleineren Radius auszeichnet. Im weiteren Sinn werden auch Weiße Zwerge als kompakte Sternüberreste sowie die substellaren Braunen Zwerge so genannt. Hauptreihensterne heißen je nach Farbe gelbe, orange oder rote Zwerge; “Blaue Zwerge” sind dagegen ein bislang hypothetisches spätes Stadium roter Zwerge.
Rote Zwerge sind die bei weitem häufigste Sternenklasse in unserer Galaxis. Sie haben Massen zwischen etwa 0,08 und 0,5 Sonnenmassen, sind deutlich kühler als die Sonne und können Lebensdauern von vielen Milliarden bis zu Billionen Jahren erreichen. Die Sonne selbst gilt als gelber Zwerg der Spektralklasse G2V mit einer Oberflächentemperatur von rund 5.778 Kelvin.
Weiße Zwerge sind entartete Überreste mittelschwerer Sterne nach dem Verlust ihrer Hülle. Obwohl sie anfangs sehr heiß sind, erzeugen sie keine Kernfusion mehr und kühlen langsam ab. Ihre Masse liegt typischerweise bei rund 0,6 Sonnenmassen und stets unter der Chandrasekhar-Grenze von rund 1,4 Sonnenmassen; ihr Radius entspricht etwa dem der Erde. Braune Zwerge hingegen sind keine Überreste, sondern Objekte, deren Masse nicht ausreicht, um die reguläre Wasserstofffusion zu zünden. Sie liegen massemäßig zwischen Riesenplaneten und echten Sternen, also zwischen etwa 13 und 80 Jupitermassen. Alle diese Typen unter dem Begriff Zwergstern zusammenzufassen spiegelt den Kontrast zu den massereichen Riesensternen wider.