Yerkes-Observatorium
Das Yerkes-Observatorium bezeichnet eine historische Sternwarte der Universität Chicago, die 1897 am Genfer See im US-Bundesstaat Wisconsin eröffnet wurde und nach dem Financier Charles T. Yerkes benannt ist, der die Baukosten weitgehend übernahm. Das Observatorium gilt als eine der Geburtsstätten der modernen Astrophysik und war jahrzehntelang eines der führenden astronomischen Forschungszentren der Welt.
Herzstück der Anlage ist ein Refraktorteleskop mit einem Objektivdurchmesser von 101,6 cm (40 Zoll), das bis heute das weltweit größte je für wissenschaftliche Beobachtungen genutzte Linsenteleskop geblieben ist. Größere Linsensysteme scheitern an ihrem Eigengewicht und optischen Aberrationen, weshalb nach Yerkes der Bau großer Observatorien konsequent auf Spiegelteleskope umstieg. Die Objektivlinsen stammen von der Optikerfirma Alvan Clark & Sons.
Gründer und erster Direktor war George Ellery Hale, der später das Mount-Wilson- und das Palomar-Observatorium gründete. Auch Edwin Hubble begann dort seine Laufbahn. 1943 entstand am Yerkes-Observatorium die einflussreiche MKK-Sternklassifikation. Nach finanziellen Schwierigkeiten schloss die Universität Chicago die Einrichtung 2018; 2020 übernahm sie eine private Stiftung, seit 2022 ist sie für Besucher, Bildung und Forschung wieder geöffnet.