Linsenteleskop

Linsenteleskop bezeichnet ein optisches Fernrohr, das Licht mithilfe von Glaslinsen sammelt und bündelt, im Gegensatz zum Spiegelteleskop, das Hohlspiegel verwendet.

Der grundlegende Aufbau besteht aus einem Objektiv - einer großen Sammellinse am vorderen Ende des Tubus - und einem Okular zur Vergrößerung des Bildes. Das Licht fällt durch das Objektiv ein, wird gebrochen und im Brennpunkt gesammelt, wo das Okular das Bild vergrößert an das Auge weiterleitet.

Linsenteleskope werden in zwei Haupttypen unterschieden: Der Refraktor nach Galileo Galilei (um 1609) nutzt eine bikonvexe Sammellinse als Objektiv und eine Zerstreuungslinse im Okular und liefert ein aufrechtes Bild. Der Refraktor nach Johannes Kepler verwendet stattdessen eine zweite Sammellinse im Okular; er bietet ein größeres Gesichtsfeld und höhere Vergrößerung, liefert aber ein umgekehrtes Bild. Ein wesentlicher Nachteil ist die chromatische Aberration: Verschiedene Farben des Lichts werden unterschiedlich stark gebrochen und erzeugen farbige Ränder. Moderne apochromatische Objektive aus mehreren Linsen verschiedener Glassorten minimieren diesen Fehler.

Linsenteleskope gelten als robust und wartungsarm; die optischen Flächen sind im geschlossenen Tubus geschützt. Mit wachsender Öffnung werden sie jedoch schnell schwer und teuer; der größte je gebaute Refraktor am Yerkes-Observatorium hat ein Objektiv von 102 cm. Moderne Großteleskope sind deshalb ausnahmslos Spiegelteleskope.