X-ray-Pulsar

X-ray-Pulsar bezeichnet einen Neutronenstern in einem engen Doppelsternsystem, der regelmäßige Röntgenpulse aussendet, weil er Materie vom Begleitstern akkretiert und ein starkes Magnetfeld besitzt. Die Pulsperioden reichen je nach Objekt von Millisekunden bis über tausend Sekunden, meist liegen sie zwischen etwa einer Sekunde und einigen hundert Sekunden.

Der Mechanismus unterscheidet sich grundlegend vom Radiopulsar: Akkretierende Röntgenpulsare empfangen kontinuierlich Gas vom Begleitstern. Dieses Gas wird entlang der Magnetfeldlinien auf die magnetischen Polkappen des Neutronensterns gelenkt, wo es mit enormer Energie auf die Oberfläche trifft und dort intensive Röntgenstrahlung erzeugt. Da die Magnetachse gegenüber der Rotationsachse geneigt ist, dreht sich die Strahlungskeule am Beobachter vorbei, ähnlich wie bei einem Leuchtturm.

Ein klassisches Beispiel ist Her X-1 im Sternbild Herkules mit einer Pulsperiode von rund 1,24 Sekunden und einer Umlaufperiode des Doppelsternsystems von knapp zwei Tagen. Neutronensterne in massearmen Röntgendoppelsternen können zudem zu Millisekunden-Pulsaren “recycelt” werden, wenn die akkretierte Materie sie über lange Zeiträume hinweg auf sehr kurze Rotationsperioden beschleunigt. Sie sind wichtige Laboratorien für die Physik starker Magnetfelder und dichter Materie.