Titius-Bode-Gesetz

Titius-Bode-Gesetz bezeichnet eine empirische Zahlenreihe, die 1766 von Johann Daniel Titius aufgestellt und ab 1772 von Johann Elert Bode verbreitet wurde und näherungsweise die Abstände der Planeten von der Sonne beschreibt. Die Formel lautet: a = 0,4 + 0,3 x 2^n (in astronomischen Einheiten), wobei n = -unendlich, 0, 1, 2, 3, 4 … für Merkur, Venus, Erde, Mars, den Asteroidengürtel und die äußeren Planeten steht.

Die Regel trifft für die Planeten bis Uranus recht gut zu, was historisch als Hinweis auf eine tiefere physikalische Ordnung des Sonnensystems galt. Schon der 1781 entdeckte Uranus passte gut in die Reihe, was die gezielte Suche nach dem fehlenden Planeten zwischen Mars und Jupiter befeuerte. Als dort 1801 Ceres (heute ein Zwergplanet) entdeckt wurde, schien das Gesetz bestätigt.

Allerdings weichen Neptun und noch stärker Pluto deutlich von den vorhergesagten Werten ab. Heute gilt das Titius-Bode-Gesetz eher als zufällige oder höchstens schwach begründete Näherung denn als physikalisches Gesetz. Es gibt keine theoretisch abgeleitete Erklärung, warum gerade diese Zahlenreihe passen sollte. In der modernen Planetenforschung hat das Gesetz keine Vorhersagekraft mehr und wird hauptsächlich historisch diskutiert.