Szintillation
Szintillation bezeichnet das Aufflackern und Flimmern von Sternen am Nachthimmel, das durch Brechung und Streuung des Sternlichts in der turbulenten Erdatmosphäre entsteht. Kleine Temperatur- und Dichteunterschiede in verschiedenen Luftschichten wirken wie unregelmäßige Linsen, die das Licht eines Sterns ständig leicht ablenken und damit Helligkeit und Farbe des Sterns schnell schwanken lassen. Im Volksmund nennt man dieses Phänomen “Sternenfunkeln”.
Planeten flimmern im Gegensatz zu Sternen kaum, weil sie einen messbaren Winkeldurchmesser besitzen: Ihr Licht trifft aus leicht verschiedenen Richtungen auf das Auge, wobei die Schwankungen sich gegenseitig ausgleichen. Sterne hingegen sind selbst in Teleskopen punktförmig, weshalb jede atmosphärische Ablenkung sofort sichtbar wird. Szintillation ist deshalb ein einfaches Unterscheidungsmerkmal zwischen Stern und Planet am Himmel.
Für Astronomen ist die atmosphärische Unruhe eine ernsthafte Einschränkung: Die Szintillation stört präzise Helligkeitsmessungen, und das eng verwandte Seeing, das Verschmieren und Zittern des Sternbildchens, begrenzt die erzielbare Auflösung von Teleskopen. An günstigen Standorten wie Berggipfeln oder trockenen Wüstenregionen ist die Atmosphäre ruhiger und das Seeing besser. Weltraumteleskope wie das Hubble-Weltraumteleskop umgehen Szintillation und Seeing vollständig, da sie oberhalb der Atmosphäre operieren. Moderne Großteleskope nutzen adaptive Optik, um atmosphärische Störungen in Echtzeit zu korrigieren.