Jetstream
Jetstream bezeichnet schnelle, schmale Höhenwinde in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre der Erde, die in Höhen zwischen etwa 8 und 15 Kilometern mit Geschwindigkeiten von oft 100 bis über 300 Stundenkilometern wehen. In der astronomischen Beobachtungspraxis spielt der Jetstream eine wichtige Rolle, weil er das so genannte Seeing erheblich beeinflusst.
Wenn der Jetstream direkt über einem Beobachtungsstandort liegt, erzeugt er starke Luftturbulenzen, die Lichtstrahlen aus dem Weltall ablenken und verwischen. Sterne erscheinen dann nicht als ruhige Punkte, sondern flimmern und tanzen stark. Für visuelle Beobachtungen und erst recht für Astrofotografie mit langen Belichtungszeiten sind solche Bedingungen ungünstig.
Bei der Standortwahl professioneller Observatorien spielt die Statistik der Höhenwinde daher neben Höhe, Trockenheit und Wolkenarmut eine Rolle. Hochgelegene Standorte wie der Mauna Kea auf Hawaii oder die Atacama-Wüste in Chile bieten im Mittel besonders ruhige Luftschichten. Amateurastronomen können Seeing-Vorhersagen nutzen, die auf Jetstream-Daten basieren, um gute Beobachtungsnächte vorauszuplanen. Eine ruhige, stabile Atmosphäre ohne starken Höhenwind liefert die besten Voraussetzungen für scharfe Bilder.