Hypernova

Hypernova bezeichnet eine extrem energiereiche Form des Sternendes, deren Explosionsenergie die einer normalen Supernova etwa um das Zehnfache übersteigt. Sie entsteht beim Kollaps besonders massereicher Sterne mit mindestens 20 bis 30 Sonnenmassen und ist eng mit den energiereichsten bekannten Explosionen im Universum verbunden - den langen Gammastrahlenausbrüchen.

Beim Kollaps eines hypermassiven Sterns fällt der Kern direkt oder nach kurzer Zeit zu einem Schwarzen Loch zusammen, statt wie bei einer typischen Kernkollaps-Supernova einen stabilen Neutronenstern zu hinterlassen. Dabei werden innerhalb von Sekunden gewaltige Energiemengen freigesetzt, die gebündelte Strahlung in Form von Gammastrahlen erzeugen. Die Bewegungsenergie der ausgeschleuderten Materie kann rund 10^45 Joule erreichen - etwa zehnmal mehr, als die Sonne in ihrer gesamten Lebenszeit abstrahlt. Hypernovae gelten zudem als mögliche Quelle schwerer Elemente wie Gold, Platin und Uran aus dem schnellen Neutroneneinfang (r-Prozess); als Hauptquelle dieser Elemente gelten heute jedoch eher Neutronensternverschmelzungen.

Obwohl Hypernovae selten sind - sie machen nur einen kleinen Bruchteil aller Kernkollaps-Supernovae aus - waren sie kosmologisch bedeutsam: In der frühen Geschichte des Universums, als massereiche Sterne häufiger waren, trugen sie wesentlich zur chemischen Anreicherung des interstellaren Mediums bei.