Flyby

Flyby bezeichnet in der Raumfahrt das gezielte Vorbeiflugmanöver einer Raumsonde an einem Planeten, Mond, Kometen oder Asteroiden, bei dem die Sonde nicht in eine Umlaufbahn einschwenkt, sondern das Zielobjekt auf einer gekrümmten, meist hyperbolischen Flugbahn passiert und dabei Daten sammelt.

Flybys sind deutlich ressourcensparender als Orbitermissionen, da kein Bremsmanöver zum Einschwenken erforderlich ist. Dafür steht nur ein begrenztes Zeitfenster für wissenschaftliche Messungen zur Verfügung - oft nur Stunden oder wenige Tage. Dennoch haben Flybys Grundlagenforschung entscheidend vorangebracht: Nach den Pioneer-Sonden, die 1973 bis 1979 erste Nahaufnahmen von Jupiter und Saturn lieferten, flog Voyager 2 zwischen 1979 und 1989 als bislang einzige Sonde an allen vier Riesenplaneten vorbei und lieferte die bis heute einzigen Nahaufnahmen von Uranus und Neptun.

Ein besonderer Vorteil von Flyby-Manövern ist die Nutzung als Swing-by (auch Schwerkraftassistenz, englisch Gravity Assist): Die Sonde erhält durch das Gravitationsfeld des passierten Körpers einen Geschwindigkeitsschub ohne eigenen Treibstoffeinsatz. New Horizons nutzte 2007 einen Flyby an Jupiter als Katapult und erreichte Pluto 2015 nach einer Reise von rund 5 Milliarden Kilometern. Die Parker Solar Probe nutzte zwischen 2018 und 2024 sieben Venus-Flybys, um ihren sonnennächsten Punkt schrittweise zu verringern.