Dämmerung

Dämmerung bezeichnet den Zeitraum vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang, in dem die Sonne zwar noch unter dem Horizont steht, ihr Licht aber durch Streuung in der Erdatmosphäre den Himmel noch erhellt. Sie entsteht, weil die Atmosphäre in oberen Schichten noch von der Sonne beleuchtet wird, während der Erdboden bereits im Schatten liegt.

Astronomisch wird zwischen drei Stufen unterschieden. Die bürgerliche Dämmerung reicht vom Sonnenuntergang bis zu einem Sonnenstand von -6° unter dem Horizont (morgens in umgekehrter Reihenfolge). Noch ist es hell genug, um im Freien ohne künstliches Licht zu lesen und Orientierungspunkte zu erkennen. Die nautische Dämmerung reicht von -6° bis -12°: Am Horizont sind Kontur und Himmel noch unterscheidbar, was in der Seefahrt für Sternhöhenmessungen genutzt wird. Die astronomische Dämmerung schließlich erstreckt sich von -12° bis -18° unter dem Horizont. In diesem Bereich ist der Himmel von der Dämmerungshelle noch merklich beeinflusst; erst wenn die Sonne tiefer als -18° steht, gilt der Himmel als vollständig dunkel.

Für Himmelsbeobachter ist die astronomische Dämmerung besonders relevant, da ihr Ende den frühestmöglichen Beginn einer voll dunklen Beobachtungsnacht markiert. In Mitteleuropa (um 50° nördlicher Breite) dauert die gesamte Dämmerung bis -18° je nach Jahreszeit etwa anderthalb bis über zwei Stunden. Um die Sommersonnenwende sinkt die Sonne oberhalb von rund 48,5° nördlicher Breite gar nicht mehr tiefer als -18°, sodass die astronomische Dämmerung die ganze Nacht andauert.