Kollimation
Kollimation bezeichnet die Ausrichtung der optischen Elemente eines Teleskops auf eine gemeinsame optische Achse, sodass das Instrument ein scharfes, verzerrungsfreies Bild liefert. Bei Spiegelteleskopen und katadioptrischen Systemen ist eine korrekte Kollimation entscheidend für die Bildqualität - bereits geringe Abweichungen führen zu unscharfen Sternenbildern und asymmetrischen Beugungsfiguren.
Beim Newton-Reflektor beispielsweise müssen der Fangspiegel und der Hauptspiegel präzise zueinander ausgerichtet sein. Der Fangspiegel muss mittig im Tubus sitzen und so geneigt sein, dass er das Licht des Hauptspiegels genau in das Okular lenkt. Der Hauptspiegel wiederum muss so geneigt sein, dass seine optische Achse genau auf die Mitte des Okularauszugs zeigt. Zur Kontrolle dienen ein Justierokular wie das Cheshire-Okular oder ein Laserkollimator, mit denen die Spiegelachsen durch Sichtprüfung ausgerichtet werden.
In der Praxis verliert ein Teleskop durch Transport oder Temperaturveränderungen regelmäßig seine Kollimation. Astronomen, die mit Spiegelfernrohren arbeiten, prüfen die Justage daher oft vor jeder Beobachtungsnacht. Bei Linsenfernrohren (Refraktoren) ist eine Kollimation im Alltag meist nicht erforderlich, da die Linsengruppen fest montiert sind.